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Ein Wochenende in Emden

Bismillah

Das Wochenende vom 27.08 zum 28.08 verbrachten wir im wunderschönen Emden. Auch wenn es wirklich anstrengend war und uns spätestens auf der Heimfahrt die Unwetter das Herz in die Hose rutschen ließen, denke ich sehr gern an diese vierundzwanzig Stunden. Doch ich sollte chronologisch vorgehen und euch ein Stück versuchen mitzunehmen in diese Erinnerung.

Eingecheckt ins sehr empfehlenswerte Hotel Faldernpoort, ruhten wir uns erstmal kurz aus. Nach sechs Stunden Fahrt war das nicht nur notwendig, sondern tat auch unglaublich gut. Besonders, da wir aus dem 32° C heissen Erfurt nun endlich im 23° C Emden angekommen waren und durchatmen konnten.

Doch lange hielten wir es nicht aus. So erkundeten wir die bereits nach kurzer Zeit die Innenstadt. Naja, wie sollte es anders sein, aber bereits nach wenigen Minuten fanden wir uns am Kai wieder. (Siehe oben)
Für einen Thüringer, der außer der Unstrut und der Gera kaum Wasser kennt, war dieser Anblick faszinierend.

Oben sieht man eine Boje, die ich mir im Leben nicht so groß vorgestellt hätte. In diesem Moment ahnt man ein wenig von den enormen Dimensionen der Schiffe, die weder aus Büchern, noch aus Filmen erfühlbar ist.

Als nächstes stießen wir auf „Dat Otto Huus“. (Gesprochen klang es für mich wie „Autohaus“, womit ich mich ein wenig blamieren durfte. Naja, warum nicht in ein Fettnäpfchen treten, wenn es gerade herum steht?

Betrachtet man das Haus von der Seite, so blickt man direkt auf Ottos berühmteste Schöpfung: den Ottifanten:

Was sollte da auch sonst herausschauen? 🙂 Denn in diesem Haus finden sich nicht nur Souvenirs für Otto Waalkes Fans, sondern auch noch ein Ottomuseum. 🙂

Ob man das braucht, weiß ich nicht. Lustig war es auf jeden Fall.

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Hier seht ihr die nächste Etappe der Reise: Die Eyüp-Sultan-Moschee in Emden. Dies war das eigentliche Ziel unserer Reise. Außen nicht sehr ansehnlich, so findet sich am Emdener Bahnhof dieses versteckte, kleine Juwel. Innen ist sie nämlich traumhaft schön, wie ihr sehen könnt.

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An dieser Stelle möchte ich auch den sehr lieben Brüdern dort Danke sagen. Trotz eines anfänglichen Missverständnisses waren sie ungeheuer freundlich und schoben mich, wo es nötig war. Nur so konnte ich meine Gebete dort korrekt verrichten. Möge Allah ta’ala mit euch zufrieden sein.

Erwähnenswert ist auch, dass dies endlich mal eine barrierearme Moschee ist, die sogar eine rollstuhlgerechte Toilette hat.

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Bevor ich jetzt zu den kulinarischen Leckerbissen in Emden komme, zeige ich euch noch ein paar Schnappschüsse vom Binnenhafen. Es erstaunte mich selbst, wie sehr in mir der kleine Junge reagierte, der die Bücher von Melville, wie zum Beispiel „Moby Dick“, verschlang. Später im Studium der Religionswissenschaften lernte ich die Tagebücher von Georg Forster kennen, durch die die Faszination für Schiffe und Expeditionen neu erwachte.2016-08-27 17.42.19 2016-08-27 17.42.22 2016-08-27 17.44.53 2016-08-27 17.44.58 2016-08-27 17.45.02 2016-08-27 17.47.39 2016-08-27 17.47.44 2016-08-27 17.47.55 2016-08-27 17.48.05

So, kommen wir nun zu den kulinarischen Freuden. Natürlich war ich unglaublich neugierig auf frischen Fisch. Außer Forellen findet man den in Erfurt eher selten, so dass frische Fisch aus der Nordsee natürlich etwas besonderes ist.

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Aus diesem Grund gab es natürlich dann die „Kapitänsplatte“ im Restaurant des Faldernpoort. Auf einer Schiefertafel servierter Lachs, Aal, Matjes und Nordseekrabben. Ein Genuß. Auch wenn es sehr fettig war, schmeckte es ungeheuer gut. Ok, die Röstis waren überflüssig und heute würde ich sie lieber durch eine Scheibe Schwarzbrot ersetzen, aber ansonsten gab es wirklich nichts zu meckern.

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Doch der Matjes hatte es mir besonders angetan. Ist er bei uns oft herb, ja fast bitter, so schmeckt er in Emden ganz zart, mild, um nicht zu sagen cremig, was wohl daher kommt, dass er in Öl eingelegt wurde. Aus diesem Grund wählte ich dann das obige Frühstück, was wohl vielen anderen Leuten ein Schauder über den Rücken laufen lässt: Lachs und Matjes auf nüchternen Magen. Klasse. 🙂

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Schließen möchte ich mit einer letzten ostfriesischen Spezialität: dem ostfriesischen Tee.

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Ein schwarzer Tee, der mit Kluntje (einem Kandiszucker) und Sahne getrunken. Wie ich soeben aus Wikipedia lernte, gibt es sogar eine ganze „Ostfriesische Teezeremonie“. Faszinierend und schmackhaft. Leider auch sehr anregend, was mein Herz wie ein hysterischer Schmetterling schlagen ließ. 🙂

Fazit: Emden ist eine echte Empfehlung. Tolle Landschaft, unglaublich viel zu sehen und sehr, sehr nette Menschen. Auch wenn man sie manchmal schlecht versteht. 

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