Veröffentlichungen

Semesterende

Heute fand die (hoffentlich) letzte Prüfung in diesem Semester statt. Ich bin müde von diesem Semester. Erschöpft und ausgelaugt. Die Ferien werden von mir dringend erwartet, herbei gesehnt. Selbst meinen Blog habe ich lange vernachlässigt.
Asche auf mein Haupt und auf in die Ferien! ;)

Back to the islamic roots… Zurück nach vorn…

Es gab in den letzten zwölf Monaten nicht sehr viel, was in meinem Leben nicht einer enormen Veränderung unterworfen war. Vieles ging vollständig verloren, verschwand mehr oder weniger leise, anderes schien verloren, war jedoch nur in den Hintergrund gedrängt worden, doch immer da.

Wie der Glaube an den EINEN Gott, Allah (swt), den Gott aller Weltreligionen, wenn sie es denn verstünden. Es dauerte lange, eh ich verstand, dass der Islam ein Teil meines Leben ist und immer bleiben wird. Den Schritt zur Konversion überlegte ich mir damals sehr gut und habe ihn noch nie bereut. Auch wenn es mir monatelang nicht möglich war zu beten und meine Pflichten zu erfüllen, so war der Glaube doch im Herzen.

Nun ist die Sehnsucht wieder da. Die Sehnsucht nach der Ummah, nach der Gemeinschaft in die man wie in eine Familie aufgenommen wird. Betritt man eine islamische Einrichtung, sei es auch nur ein kleiner Laden, und grüßt mit einem ehrlichen Salam, so ist man plötzlich daheim.

Bewußt stelle ich hier die Sehnsucht nach der Ummah an erste Stelle, denn die Gewissheit, dass Allah (swt) bei mir ist und ich bei IHM, war nie weg. Diese Gewissheit war immer der Halt, der mich weitermachen ließ. Ich muss sie also nicht betonen.

Ich bin Muslim und werde es immer sein, bis zu meinem Tod.

(Wenn Allah (swt.) es will und mir meine Fehler vergibt.)

Viel geschehen…

In den letzten Wochen ist mal wieder sehr viel passiert. Die Prüfungen sind zwar noch nicht vorbei, doch schon jetzt ist eine Entscheidung gefallen: ich verlasse (mehr oder weniger freiwillig) die Philosophie. Auch wenn diese Entscheidung mich sehr viel Mühe gekostet hat, war sie doch kaum zu umgehen. Abgesehen vom zweimaligen nicht-bestehen einer Prüfung, hatte ich auch die Lust am Fach verloren. Es gibt Professoren, die leider mit ihrer staub-trockenen Art jeglichen Spaß am Fach vernichten können.

So kam es, wie es kommen mußte: ich werde von der Philosophie zur Förderpädagogik wechseln. Das Fach reizt mich schon lang. Praxis und Theorie gehen da Hand in Hand, wobei man noch sehen muss, in welchem Bereich ich arbeiten könnte. Jedoch freue ich mich auf die Arbeit mit Kindern. Dies ist ein Gebiet, auf dem man wirklich etwas ändern kann, statt Theorien zu erarbeiten, die meist nur mit Glück den Weg in die Öffentlichkeit finden.

Das erste Gespräch mit einem meiner neuen Professoren war auch bereits sehr interessant. Es werden nur wenige zu diesem Studiengang zugelassen, so dass man scheinbar sehr individuell auf seine Studenten eingehen kann. Wenn die Professoren jetzt noch so interessant sind, wie ihre Bücher, dann steht einem Erfolg maximal nur noch meine eigene Faulheit im Wege.

Vollmondkalender 2010

Samstag, 30. Januar 2010, 07:17:36 Uhr
Sonntag, 28. Februar 2010, 17:37:54 Uhr
Dienstag, 30. März 2010, 04:25:24 Uhr
Mittwoch, 28. April 2010, 14:18:30 Uhr
Freitag, 28. Mai 2010, 01:07:18 Uhr
Samstag, 26. Juni 2010, 13:30:24 Uhr
Montag, 26. Juli 2010, 03:36:36 Uhr
Dienstag, 24. August 2010, 19:04:36 Uhr
Donnerstag, 23. September 2010, 11:17:12 Uhr
Samstag, 23. Oktober 2010, 03:36:30 Uhr
Sonntag, 21. November 2010, 18:27:24 Uhr
Dienstag, 21. Dezember 2010, 09:13:30 Uhr [*]

[*] Zu diesem Zeitpunkt findet eine totale Mondfinsternis statt:

Quelle: http://www.vollmond.info/de/vollmond-kalender.html

Gedanken ein Uhr in der Nacht…

Es gibt Nächte, da hat man das Gefühl etwas sagen/schreiben/tun zu müssen, doch weiß nicht, was es ist… Ein Gefühl zwischen Sehnsucht und Zukunftshoffnungen, gepaart mit Unwohlsein… Eigentlich ist doch alles gut, alles bestens, wie es ist… Warum genügt es nicht, den wiedergewonnen Schatten liebevoll zu betrachten? Er würde doch nicht wieder verloren gehen, solange man auf die Kerze achtet, sie nicht wieder ausgehen lässt und kein Flutlicht von ihr erwartet. Den Schatten berühren wird plötzlich einzig sinngebend, obwohl man weiß, dass jeder Schritt zu ihm seine Größe verringern wird. Vergessend, dass, umarmte man die Kerze, der Schatten zärtlich und einhüllend würde. So verliert man den Schatten Stück für Stück wieder, nähert man sich ihm an. Dabei liebt man diesen Schatten, möchte ihn an seiner Seite haben, hat ihn so lange vermisst…

Krank…

Sitze krank daheim und bin fast nichts in der Lage. Lange habe ich mich gegen jede Erkältung gewehrt, doch jetzt hat sie mich doch erwischt. Klar, wenn alle krank sind, reihe ich mich ja nicht ein. Ich muss ja bis Januar warten…

Morgen lasse ich mich dann krank schreiben und bereite mich eben daheim auf die Prüfungen vor…

Nachruf auf Gisela Kraft

Am 01.01.2010 verstarb Gisela Kraft, meine Förderin. Die Thüringer Literaturszene verliert eine sehr engagierte Kämpferin für junge Autoren.

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2010-01/gisela-kraft-tot

Sie war es, die mich 2004 nach Weimar zu einer Lesung holte, wo ich meine meine Lyrik einem breitem Publikum  vorstellen durfte. Sie bemühte sich ungeheuer um Ihre Künstler / Autoren, las ihnen jeden Wunsch von den Augen ab und versuchte immer die besten Arbeitsbedingungen zu schaffen. Ich habe Sie als sehr warmherzig und hoch intelligent in Erinnerung. Die wenigen Stunden in Ihrer Gesellschaft waren immer sehr angenehm und kurzweilig, auch wenn Sie meine Texte gern einmal vollkommen zerpflückte… :)

Gedenken wir Ihrer und Ihres Werkes bei einem Glas Whiskey…
Besser kann man Sie nicht ehren…

Geduld….

Ich hätte keine Geduld, sagte man mir in letzter Zeit öfters. In manchen Aspekten mag das korrekt sein, jedoch nicht vollkommen. Doch dieser Vorwurf bzw. diese Festellung hat mich in den letzten Monaten zum nachdenken inspiriert…

Geduldig-sein verlangt, daß man davon überzeugt ist, daß es ein Morgen geben wird. Aus Erfahrung entsteht die Gewissheit, daß auch morgen die Sonne wieder aufgehen wird. Das man morgen wieder aufwacht, das Werk des letzten Tages vollenden kann. Das man auch noch in Wochen oder Monaten in der Lage sein wird, Dinge zu tun,die im Heute warten müssen. Der feste Glaube an eine Zukunft, der mit Wissen verwechselt wird, ermöglicht es den Menschen zu er-warten und zu hoffen. Zeit zu (er-)warten hat nur der, für den das Heute nur der Tunnel zum Morgen ist. Es ist  der Gedanke, daß es diese gedachte Über-gehung des Augenblickes sei, welche Leben wahrscheinlich erst Wert gibt gelebt zu werden.

Nur was ist, wenn es das Morgen nicht gibt? Wenn man im Heute leben muss, ohne Überzeugung eines Morgens? Dann ist das Heute die einzige Form des Da-Seins, deren man sich erfreuen kann und das einzige, was man hoffen kann. Geduld wird so un-möglich, un-er-tragbar. Die versprochene Zukunft wird unerreichbar, existiert nur noch als (geringe) Wahrscheinlichkeit.

Gesundes, neues Jahr euch allen!

Wenn auch etwas verspätet, aber doch von Herzen, wünsche ich allen Freunden, Bekannten und Lesern dieses Blogs alles Gute zum neuen Jahr.

Ich bin gespannt, was es uns bringen wird an guten, wie aber auch an schlechten Überraschungen.

Gute Vorsätze hab ich nicht. Sehr lange würde ich die sowieso nicht durchhalten, da bin ich mir gegenüber ehrlich genug. :) Die Leser meines Blogs können mir ja welche empfehlen. :)

Deutsche Philosophie oder Das ewige Nach-Denken der Griechen

Angesteckt von Martin Heidegger und Hannah Arendt, grüble ich gerade, ob es je so etwas wie eine “deutsche Philosophie” gab, oder ob alles nur ein nach-denken der antiken griechischen Philosophie war und ist?

Natürlich gab es Denkansätze, die wahrscheinlich so nur von Deutschen kommen konnten, wie Kants kalt-rationale Ethik und Metaphysik. Ich vergesse auch nicht Leibniz, Hegel, Schopenhauer usw…. Selbst Nietzsche dachte griechisch, kam aus dem griechischen Denken und war nie in der Lage darüber hinaus zu gehen…

Doch was ist eigentlich griechisch, was ist deutsch? Es gibt viele Spekulationen, wieso die griechische Philosophie entstehen konnte und wieso sie ist, wie sie war. Eine, wahrscheinlich die beste, ist, dass die griechische Sprache als erste die Möglichkeiten bot, das auszudrücken, was man im Denken vorfand. Burckhardt stellt fest, daß die griechische Sprache von den einzelnen Dingen unabhängig ist und selbst schon eine Art Dialektik ist. Durch das Vorhandensein des bestimmten Artikels, den es z.B. im Latein nicht gibt, wurde Schrift und Sprache zur Möglichkeit der Entdeckung des Selbst.

Ein weiterer spekulativer Erklärungsversuch geht auf das Klima, welches das Denken in dieser Weise begünstigt hat. Durch die milden Temperaturen war der Anbau von Getreide und die Zucht von Nutztieren vergleichbar unproblematisch, was ein relativ sorgenfreies und leichtes Leben ermöglichte. Statt täglich wieder ums überleben zu kämpfen, hatte man Zeit zum nachdenken.

Je nördlicher man jedoch schaut, desto schwerer wurden die Lebensbedinungen. Die Muse die Philosophie zu betreiben, trat im germanischen Raum erst im Mittelalter ein. (Wie es mir scheint, ging damit auch eine Emanzipation des Deutschen vom Latein einher.) Und doch traf man auf eine von der Theologie dominierten Philosophie, deren Basis das Griechentum (wenn auch verdeckt) war. Von da an begann eine Freilegung des antiken Erbes, ein zurück-denken zu den Wurzeln. Man legte Schicht für Schicht offen, befreite die Wurzeln von der römisch-christlichen Last.

Dies zieht sich bis in die Philosophie des 20. Jahrhunderts, vielleicht ja sogar bis in die aktuelle Philosophie. Momentan würde ich sagen, in Heideggers Werk wird diese Freilegung zum ersten Mal bewußt. Er stößt als erster in der modernen Philosophie wieder auf den Urgrund der Philosophie, legt offen, worauf die europäische Philosophie wuchs. Präziser formuliert: WORIN die europäische Philosophie sich entwickelte, denn aus dem griechischen Denken gab es noch kein hinaus oder gar hinüber. Dazu scheint es einfach zu umfassend, zu gewaltig.

Ein letzter Gedanke noch: Vielleicht gab es in Deutschland bisher nur eine Chance für eine eigene Philosophie: Auschwitz. Nach den Erfahrungen von Auschwitz kann man entweder resignieren oder man beginnt neu. Die Philosophie hat entweder ihre Auslöschung erreicht oder steht kurz vor ihrer Wiedergeburt. Beides wurde versäumt. Man machte nach einer kurzen Aufregung und Empörung weiter, als wäre nichts passiert.