Veröffentlichungen

Vollmondkalender 2010

Samstag, 30. Januar 2010, 07:17:36 Uhr
Sonntag, 28. Februar 2010, 17:37:54 Uhr
Dienstag, 30. März 2010, 04:25:24 Uhr
Mittwoch, 28. April 2010, 14:18:30 Uhr
Freitag, 28. Mai 2010, 01:07:18 Uhr
Samstag, 26. Juni 2010, 13:30:24 Uhr
Montag, 26. Juli 2010, 03:36:36 Uhr
Dienstag, 24. August 2010, 19:04:36 Uhr
Donnerstag, 23. September 2010, 11:17:12 Uhr
Samstag, 23. Oktober 2010, 03:36:30 Uhr
Sonntag, 21. November 2010, 18:27:24 Uhr
Dienstag, 21. Dezember 2010, 09:13:30 Uhr [*]

[*] Zu diesem Zeitpunkt findet eine totale Mondfinsternis statt:

Quelle: http://www.vollmond.info/de/vollmond-kalender.html

Gedanken ein Uhr in der Nacht…

Es gibt Nächte, da hat man das Gefühl etwas sagen/schreiben/tun zu müssen, doch weiß nicht, was es ist… Ein Gefühl zwischen Sehnsucht und Zukunftshoffnungen, gepaart mit Unwohlsein… Eigentlich ist doch alles gut, alles bestens, wie es ist… Warum genügt es nicht, den wiedergewonnen Schatten liebevoll zu betrachten? Er würde doch nicht wieder verloren gehen, solange man auf die Kerze achtet, sie nicht wieder ausgehen lässt und kein Flutlicht von ihr erwartet. Den Schatten berühren wird plötzlich einzig sinngebend, obwohl man weiß, dass jeder Schritt zu ihm seine Größe verringern wird. Vergessend, dass, umarmte man die Kerze, der Schatten zärtlich und einhüllend würde. So verliert man den Schatten Stück für Stück wieder, nähert man sich ihm an. Dabei liebt man diesen Schatten, möchte ihn an seiner Seite haben, hat ihn so lange vermisst…

Krank…

Sitze krank daheim und bin fast nichts in der Lage. Lange habe ich mich gegen jede Erkältung gewehrt, doch jetzt hat sie mich doch erwischt. Klar, wenn alle krank sind, reihe ich mich ja nicht ein. Ich muss ja bis Januar warten…

Morgen lasse ich mich dann krank schreiben und bereite mich eben daheim auf die Prüfungen vor…

Nachruf auf Gisela Kraft

Am 01.01.2010 verstarb Gisela Kraft, meine Förderin. Die Thüringer Literaturszene verliert eine sehr engagierte Kämpferin für junge Autoren.

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2010-01/gisela-kraft-tot

Sie war es, die mich 2004 nach Weimar zu einer Lesung holte, wo ich meine meine Lyrik einem breitem Publikum  vorstellen durfte. Sie bemühte sich ungeheuer um Ihre Künstler / Autoren, las ihnen jeden Wunsch von den Augen ab und versuchte immer die besten Arbeitsbedingungen zu schaffen. Ich habe Sie als sehr warmherzig und hoch intelligent in Erinnerung. Die wenigen Stunden in Ihrer Gesellschaft waren immer sehr angenehm und kurzweilig, auch wenn Sie meine Texte gern einmal vollkommen zerpflückte… :)

Gedenken wir Ihrer und Ihres Werkes bei einem Glas Whiskey…
Besser kann man Sie nicht ehren…

Geduld….

Ich hätte keine Geduld, sagte man mir in letzter Zeit öfters. In manchen Aspekten mag das korrekt sein, jedoch nicht vollkommen. Doch dieser Vorwurf bzw. diese Festellung hat mich in den letzten Monaten zum nachdenken inspiriert…

Geduldig-sein verlangt, daß man davon überzeugt ist, daß es ein Morgen geben wird. Aus Erfahrung entsteht die Gewissheit, daß auch morgen die Sonne wieder aufgehen wird. Das man morgen wieder aufwacht, das Werk des letzten Tages vollenden kann. Das man auch noch in Wochen oder Monaten in der Lage sein wird, Dinge zu tun,die im Heute warten müssen. Der feste Glaube an eine Zukunft, der mit Wissen verwechselt wird, ermöglicht es den Menschen zu er-warten und zu hoffen. Zeit zu (er-)warten hat nur der, für den das Heute nur der Tunnel zum Morgen ist. Es ist  der Gedanke, daß es diese gedachte Über-gehung des Augenblickes sei, welche Leben wahrscheinlich erst Wert gibt gelebt zu werden.

Nur was ist, wenn es das Morgen nicht gibt? Wenn man im Heute leben muss, ohne Überzeugung eines Morgens? Dann ist das Heute die einzige Form des Da-Seins, deren man sich erfreuen kann und das einzige, was man hoffen kann. Geduld wird so un-möglich, un-er-tragbar. Die versprochene Zukunft wird unerreichbar, existiert nur noch als (geringe) Wahrscheinlichkeit.

Gesundes, neues Jahr euch allen!

Wenn auch etwas verspätet, aber doch von Herzen, wünsche ich allen Freunden, Bekannten und Lesern dieses Blogs alles Gute zum neuen Jahr.

Ich bin gespannt, was es uns bringen wird an guten, wie aber auch an schlechten Überraschungen.

Gute Vorsätze hab ich nicht. Sehr lange würde ich die sowieso nicht durchhalten, da bin ich mir gegenüber ehrlich genug. :) Die Leser meines Blogs können mir ja welche empfehlen. :)

Deutsche Philosophie oder Das ewige Nach-Denken der Griechen

Angesteckt von Martin Heidegger und Hannah Arendt, grüble ich gerade, ob es je so etwas wie eine “deutsche Philosophie” gab, oder ob alles nur ein nach-denken der antiken griechischen Philosophie war und ist?

Natürlich gab es Denkansätze, die wahrscheinlich so nur von Deutschen kommen konnten, wie Kants kalt-rationale Ethik und Metaphysik. Ich vergesse auch nicht Leibniz, Hegel, Schopenhauer usw…. Selbst Nietzsche dachte griechisch, kam aus dem griechischen Denken und war nie in der Lage darüber hinaus zu gehen…

Doch was ist eigentlich griechisch, was ist deutsch? Es gibt viele Spekulationen, wieso die griechische Philosophie entstehen konnte und wieso sie ist, wie sie war. Eine, wahrscheinlich die beste, ist, dass die griechische Sprache als erste die Möglichkeiten bot, das auszudrücken, was man im Denken vorfand. Burckhardt stellt fest, daß die griechische Sprache von den einzelnen Dingen unabhängig ist und selbst schon eine Art Dialektik ist. Durch das Vorhandensein des bestimmten Artikels, den es z.B. im Latein nicht gibt, wurde Schrift und Sprache zur Möglichkeit der Entdeckung des Selbst.

Ein weiterer spekulativer Erklärungsversuch geht auf das Klima, welches das Denken in dieser Weise begünstigt hat. Durch die milden Temperaturen war der Anbau von Getreide und die Zucht von Nutztieren vergleichbar unproblematisch, was ein relativ sorgenfreies und leichtes Leben ermöglichte. Statt täglich wieder ums überleben zu kämpfen, hatte man Zeit zum nachdenken.

Je nördlicher man jedoch schaut, desto schwerer wurden die Lebensbedinungen. Die Muse die Philosophie zu betreiben, trat im germanischen Raum erst im Mittelalter ein. (Wie es mir scheint, ging damit auch eine Emanzipation des Deutschen vom Latein einher.) Und doch traf man auf eine von der Theologie dominierten Philosophie, deren Basis das Griechentum (wenn auch verdeckt) war. Von da an begann eine Freilegung des antiken Erbes, ein zurück-denken zu den Wurzeln. Man legte Schicht für Schicht offen, befreite die Wurzeln von der römisch-christlichen Last.

Dies zieht sich bis in die Philosophie des 20. Jahrhunderts, vielleicht ja sogar bis in die aktuelle Philosophie. Momentan würde ich sagen, in Heideggers Werk wird diese Freilegung zum ersten Mal bewußt. Er stößt als erster in der modernen Philosophie wieder auf den Urgrund der Philosophie, legt offen, worauf die europäische Philosophie wuchs. Präziser formuliert: WORIN die europäische Philosophie sich entwickelte, denn aus dem griechischen Denken gab es noch kein hinaus oder gar hinüber. Dazu scheint es einfach zu umfassend, zu gewaltig.

Ein letzter Gedanke noch: Vielleicht gab es in Deutschland bisher nur eine Chance für eine eigene Philosophie: Auschwitz. Nach den Erfahrungen von Auschwitz kann man entweder resignieren oder man beginnt neu. Die Philosophie hat entweder ihre Auslöschung erreicht oder steht kurz vor ihrer Wiedergeburt. Beides wurde versäumt. Man machte nach einer kurzen Aufregung und Empörung weiter, als wäre nichts passiert.

Jahresende (3)

2009 war das Jahr der lethargischen Studentenproteste. Lieb, wie Schwiegermamas Lieblinge, protestierten sie hier in Erfurt für bessere Studienregelungen- und Strukturen. So schenkte die Politik ihnen auch brav die Aufmerksamkeit, lobte sie und gab ihnen jedes Heilsversprechen, was gewünscht war. Ja, sogar eine kleine finanzielle Erleichterung wurde gewährt… Viel zu schnell, um wirklich als Erfolg der Studenten gewertet werden zu können, aber egal…

Da ich selbst nicht dabei war, auch nicht dabei sein konnte, enthalte ich mich jedes weiteren Kommentares. Es steht mir nicht zu etwas zu kritisieren, woran ich nicht teilgenommen habe. Doch einige allgemeine Gedanken seien mir erlaubt.

Die schnelle, substanzlos Zustimmung der Politiker war erschreckend. Da war kaum die Besetzung des Erfurter Audimax bekannt geworden, da wurden schon 50 Euro der Semestergebühren erlassen. Das Drehbuch schien bereits geschrieben, nur die Darsteller fehlten noch. Diese ließen auch nicht auf sich warten, wenn auch leider nicht in Massen, wie man erwarten sollte. Mangels Beteiligung war, soweit ich weiß, teilweise sogar die Besetzung des Audimax in Gefahr. (Hätte die Polizei gestürmt, wären sie da sehr, sehr einsam gewesen…) Es gab viele Stimmen, die sehr zügig die Protestierenden warnten, sich nicht instrumentalisieren zu lassen, doch wer hörte drauf?

Wie von den Professoren bestätigt, wird es Änderungen in diesem Studiensystem geben. Doch bleibt enorm das Gefühl, dass der Studentenprotest da sehr wenig Anteil daran hat… Jedenfalls der der Erfurter… Eher ist es die Unzufriedenheit der Professoren selbst, die den Anstoß gegeben hat.

Zum Schluß noch ein abstrakter Gedanke zum Thema: Der Deutsche sah mal wieder einen Rasen und getraute sich nicht drauf zu treten, weil die Obrigkeit es nicht wünscht. Die Proteste an der Erfurter Universität haben gezeigt, dass es keine Feindbilder mehr gibt.  Der Staat ist zum Freund geworden, der nur noch überzeugt werden muss. Das dieser Freund trügerisch bereits unterm Tisch die Zwangsjacke  für die Studenten umnäht und stabiler macht, sieht keiner. Verwundert es niemanden, daß mit aller Gewalt das besetzte Haus geschlossen  und auf der anderen Seite die lieben Studenten gelobt worden? Es sind doch meist ein und dieselben Personen, die da demonstrierten. Und die soll unser Freund, der Staat, plötzlich verstehen und lieben?

Jahresende (2)

Am Tage der Räumung (genauer am frühen Morgen dieses Tages) des besetzten Hauses hier in Erfurt verlor ich mein Leben… Erst im Juli oder August fand ich es wieder, ohne es zu bemerken. Plötzlich war es wieder da, alles fühlte sich freier an, neu, faszinierend, erotisierend. Wo es her kam, weiß ich nicht… Vielleicht hatte es sich im Sommer in Platons Höhle versteckt, bis es den Mut hat hatte heraus zu kommen. (Was hab ich bloß derzeit immer mit Platons Höhlengleichnis?)

Momentan weiß es scheinbar auch nicht, wo es mit mir hin will…

Jahresende (1)

Das Jahr ist fast vorbei und wie immer möchte ich ein Resümee ziehen. Wahrscheinlich wird dieser Beitrag allein bei weitem nicht genügen, um über all das zu reflektieren, was in diesem Jahr passierte. Eigentlich bieten die letzten zwölf Monate Stoff für mehrere Bücher, doch mangels Talent und Abstand, werd ich mich wohl auf meinen Blog beschränken müssen.

Wo ich anfange, weiß ich nicht. Was ich auslassen sollte, ist mir jedoch schon jetzt klar. Über vieles kann man erst schreiben, wenn man wirklich Abstand hat, nicht nur diese dünne Schorfschicht, die so manche Wunde bedeckt. Den Abgrund darunter möchte man nicht sehen, besonders nicht zu Weihnachten, wo doch eigentlich die Aufmerksamkeit mal wieder auf die wirklich wichtigen Dinge gerichtet werden sollte: Liebe, Freundschaft und Ehrlichkeit. Ist das nicht die wahre Botschaft von Weihnachten? Egal wie man Jesus bzw. Isa (a.s.) sieht, so bleibt die Botschaft doch immer gleich. Beschützte er nicht Maria Magdalena, die Hure, vor dem Zorn der dumpfen Masse? Vergab er nicht Judas, dem Freund und Begleiter durch schwere Zeiten, dessen Verrat wegen einiger Silberstücke geschah? Öffnete er nicht seinen Mitmenschen die Augen über all die Lügen um sie herum, bis hinein in den Tempel, welcher zum Basar verkommen war?

Ja, ich weiß, ich bin ein Idealist und Träumer. Und das noch immer, trotz all der Nackenschläge und Tritte dieses Jahres. Vielleicht ist das auch der einzige Weg zu über-leben, nicht nur zum dahin vegetieren… Kant ahnte es, denke ich, wenn er sagt, das es keine Rolle spielt, ob der KI je reale Folgen hätte oder gehabt hat. Es ist zwar nur die eigene Eitelkeit, das eigene Ego, wenn man sich einredet, als einziger diesen Idealen wirklich zu versuchen zu folgen, während der Rest dieser Welt sich täglich mehr in Platons Höhle verkriecht und jammert, wenn man ihnen auch noch den Schatten stiehlt… Das es weh tut seine Schatten zu verlieren und im Dunkel oder im schmerzenden Sonnenlicht zu stehen, ist mir bewußt. Und doch schaue ich immer wieder in die Sonne und hoffe, bevor ich blind davon werde, noch ein wenig davon zu erhaschen und zu verstehen. Vielleicht ist man dann blind glücklicher….