Hausarrest – Rollstuhl defekt…

Tja, so ist es in der Servicewüste Deutschland: da geht der E-Rollstuhl kaputt und damit muss man leben, genauer gesagt man muss erstmal ohne leben.

So bei mir jetzt: vorgestern wollte ich auf die Ega, fuhr die dortige Rampe hoch. Plötzlich begannen die vorderen, großen Antriebsräder zu schlingern und alles knackte und knirschte. Aus Vorsicht rollte ich zurück und fuhr mit der Straßenbahn heim. Gleich am nächsten Morgen kam der Techniker meiner Rollstuhlfirma, schaute ihn sich an und fand sehr schnell heraus, dass der Rahmen an zwei Stellen massiv gerissen ist. Die Schweißnähte sind aufgerissen, wodurch auch immer. Einen Unfall oder einen großen Crash hatte ich nicht.

Also muss der Rollstuhl jetzt eingeschickt werden, was wahrscheinlich mehrere Wochen dauern wird. Schon bei geringeren Problemen dauerte die Reparatur ewig. Das bedeutet Hausarrest, wenn ich nicht einen großartigen Assistenten, tolle Freunde und Bekannte hätte, die das Schieben übernehmen. Ohne meinen sie würde ich daheim versauern, bis ich wieder mobil bin.

3 Kommentare

  1. Kommst Du aus Schleswig Holstein? Und wenn heißt Dein Sanitätshaus Holger Otto Motion-Center?

    Wenn ja hab ich mit denen auch nur schlechte Erfahrungen. Mein E-Rolli ist zu klein für mich, das interessiert dieses Sanitätshaus aber einen feuchten Dreck.

    Gruß

    Axel

  2. Hallo,
    an alle Rollifahrer,
    wir haben in Kiel ein Verbraucherschutzverein für ältere und behinderte Menschen e.V. gegründet. Alle Mitglieder sind kompetente Rollifahrer und der Unterzeichner ist Sachverständiger im Arbeitskreis Krankenfahrstühle beim TÜV Hannover. Mängel an Rollstühlen sind bundesweit bekannt, bis hin, dass nachge-wiesene Sollbruchstellen ebenfalls bekannt sind. Wenn Produktmängel vorliegen, bitte erst alles gut von allen Seiten dokumentieren, Seriennummer etc. ist mehr als oberwichtig. Denn man muss alles genau beweisen.
    Wir bearbeiten Fälle aus München genauso wie aus Flensburg. In den meisten Fällen lassen sich die Mängel leicht mit den Sanitätshäusern klären, wenn nicht, melden wir den Vorfall sofort an das BfArM. Wir wissen aber auch, nicht immer hat der Hersteller oder das Sanitätshaus „Schuld“. Kostenträger sparen am falschen Ende, so wird auch mangelhafte Produktqualität eingesetzt, die ein Sanitätshaus nie verkaufen würde. Die Fallpauschale wäre unser Unwort, denn wie sagte Ulla Schidt seinerzeit: „Qualität ist das was man sich leisten kann.“
    Also müssen wir um Versorgungs-und Produktqualität kämpfen. Dieses ist nur ein Zufallsfund, insofern mailt an Action-Handicap@t-online.de. Wir werden sonst nichts beantworten können. Viel Glück.
    C.-D. Schulz

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