• Mo. Okt 25th, 2021

Existenzspuren

Jedes Leben und jeder Gedanke hinterlassen ExistenzSpuren…

Bismillah

As-Salamu aleykum

Als Reaktion auf den Artikel zu meiner Glaubensfindung („Mein Weg zum Islam“) kam die Frage auf, wie ich denn zur Ahlu tasawwuf, also dem Sufismus, fand…

Diese Geschichte ist etwas kürzer, doch vielleicht erzählenswert. Es war im Jahr 2006: Ich war also Muslim geworden, betete und las viel. Quran, islamische Literatur, aber auch Foren und Internetseiten zum Thema wurden meine Hauptlektüre. Immer wieder stieß ich dabei auf Zitate bekannter Sufis, wie Rumi (k.s.), al-Basri (k.s.) oder Shahi Naqshband (k.s.), um nur einige zu nennen. Es sagte mir zu, weil die Tiefe ihrer Gedanken weit über den Alltagsglauben hinaus geht.

Der nächste Schritt war die Lektüre von Annemarie Schimmels1 Werken. Ihre Einführung in den Sufismus gibt, alhamdulillah, einen guten ersten Überblick, und steigerte mein Interesse am Tasawwuf noch. Die Zahl meiner Fragen und meine Neugier wuchs weiter, so daß ich mich entschloss in einer bekannten Herberge anzurufen, die von deutschen Sufis eines Naqshbandi-Ordens geführt wird. Vielleicht habe ich nur einen schlechten Tag erwischt, aber ich rief an, sagte dass ich ein konvertierter Muslim sei und einige Fragen zum Tasawwuf hätte und bekam sofort gesagt, dass ich erst Fragen beantwortet bekommen würde, wenn ich zum Orden gehöre… Damit war das Gespräch für mich beendet, denn wer kauft schon die Katze im Sack?

Nun suchte ich weiter und stieß, alhamdulillah, auf den großartigen Bruder Yusuf, der mich an einen Vekil verwies. So lernte ich meinen ersten Vekil, Can, kennen, den Allah ta’ala in dieser und der nächsten Welt hoch belohnen möge. Alhamdulillah, wie viel Kraft und Zeit gab er für mich, allein um die langen Mails zu verfassen, die mir meinen Weg zeigen sollten… Dann, nach einem relativ kurzen Mailaustausch, nahm er die Mühe auf sich mit ein paar Brüder nach Sömmerda zu reisen, nur um meine Fragen zu beantworten und meine Neugier zu befriedigen… Er erzählte vom Orden, dem er angehörte, den Nakşibendiyye Halidiyye Mujaddidiyya des geehrten Sheykh Gavs-i Sani Abdulbaki (k.s) aus Menzil.

Natürlich belas ich mich weiter, glaubte nicht alles blind, sondern informierte mich weiter. Doch ich fühlte, dass dies mein Weg sein könnte. Also legte ich die Bai’a ab, den Treueschwur. Unser Gavs-i (k.s.) wurde auch mein Sheykh, alhamdulillah, und sehr bald besuchte ich auch die Tekke in Castrop-Rauxel, worüber ich damals diesen Beitrag schrieb: „Das vergangene Wochenende…“.

Als Fazit kann ich sagen: Dieser Weg ist für mich der Richtige, auch wenn er oft schwer ist und Überwindung kostet. Aber wie sonst sollte man seine Triebseele (Nefs) erziehen? Natürlich gibt es Höhen, also Zeiten in denen mir alles leicht fällt, und Tiefen, die man wie Wüsten oder Täler einfach überstehen muss.

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Weitere Artikel von mir zum Thema:

Die Liebe der Sufis – Über eine Khutba in der Erfurter Moschee“ http://existenzspuren.de/?p=1611

Fatih Camii in Castrop-Rauxel (07. / 08.09.2013)“ http://existenzspuren.de/?p=1484

Yarbay Efendi weilt nicht mehr unter uns…. Gedanken zu einem großartigen Mann“ : http://existenzspuren.de/?p=948

Danke Can“ http://existenzspuren.de/?p=712

2 Gedanken zu „Mein Weg zum Sufismus“
  1. Salam alaikum wa rahmatullah, mir geht es zur Zeit so,wie es dir damals erging. Ich war mal Vollblut-Salafi und bin nun sehr an Tasawwuf interessiert. In einem anderen Blogeintrag von dir habe ich gelesen, dass du Tekke in Castrop besucht hast, Sogar in meiner Salafi Zeit war mir dieser Ort immer bekannt, aber dort war ich leider noch nie. Im Internet gibt es eine Nummer, aber die geht leider nicht mehr. Hast du vielleicht eine aktuelle und würdest sie mir geben?

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