• So. Okt 17th, 2021

Existenzspuren

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Ein Jahr in meiner neuen Wohnung – Eine Lanze für das Erfurter Rieth

Weithin hat das Rieth bei den Erfurtern einen schlechten Ruf: Es sein ein Hartz IV-Viertel, wo das ALG II blüht und die Arbeitslosigkeit daheim ist. Es sei ein Viertel, in dem nur Rechte wohnen würden und man des Nachts kaum vor die Tür könne…

Mittlerweile wohne ich ein Jahr hier im Rieth und kann eigentlich nur positives berichten. Meine Wohnung ist sehr gemütlich, befindet sich in einem sehr ruhigen und friedlichen Haus. Die Nachbarn sind angenehm und hilfsbereit, wenn auch manchmal etwas distanziert freundlich. Das Haus ist sauber und gepflegt, es gibt zwei Concierge, Sicherheitsdienst wird und wurde bisher nicht benötigt. Natürlich gibt es hier im Haus auch schräge Gestalten, doch ein Hochhaus mit 17 Etagen á acht Wohnungen bietet nun mal einen Querschnitt durch die Gesellschaft. Da wohnt der Alkoholiker neben dem Beamten, der Schwule neben dem Nazi und die nicht-deutschen Mitbürger werden einfach integriert.

Das Viertel wurde durch das Programm „Soziale Stadt“ wohnhaft aufgewertet, saniert, neu begrünt und mit Spielplätzen ausgestattet. Es ist wohnlich geworden, nahe dem Nordpark und Nordbad, bietet Erholungsmöglichkeiten. Selbst die Anbindung an Konsumtempel ist hervorragend. Bekannte Supermarktketten sind gerade mal 500 m entfernt und leicht erreichbar. Last, but not least, ist die Straßenbahn genau vor meiner Haustür und hält auch im restlichen Viertel alle 500 m, was das Rieth sehr Senioren- und behinderten freundlich macht.

Von den Bewohnern her ist es bunt gemischt. Alle politischen Ausrichtungen findet man hier ebenso, wie alle Kulturen und alle Bildungsniveaus. Von Studenten über Arbeitslose zu Selbstständigen ist alles vertreten. Besonders angenehm: Es ist ein relativ junges Wohnviertel, mit vielen jungen Leuten und Kindern.

Natürlich finden sich bei so vielen Menschen auch Chaoten und Schläger, aber in so einem Ballungszentrum ist das vollkommen zu erwarten. Besonders, da in Erfurt (trauriger weise) sowieso derzeit der braune Mob umgeht, sollte man in der Nacht vorsichtig sein, aber es ist eben kein spezielles  Riethproblem.

Fazit: Ich habe den Umzug nicht bereut, fühle mich pudelwohl hier und möchte so schnell hier nicht weg, auch wenn ein kleiner Altbau immer noch toller ist, als ein Hochhaus. Aber ich habe es wirklich sehr gut getroffen, Gott sei Dank.

3 Gedanken zu „Ein Jahr in meiner neuen Wohnung – Eine Lanze für das Erfurter Rieth“
  1. Meiner Meinung nach seit der Rewe neu gebaut wurde …. kannste hier besser nicht raus gehen musst ja beinahe angst haben das du am Brunnen eine aufs Maul kriegst Abends …. *hust* einer wurde ja schon Tot getreten geschlafen what ever…. ähm hier Hocken haufenweise Penner die eine Maßeinsiedlung machen mal dort mal dort…. Logisch warum ?? Obdachlosenheim vor der Haustür ….. Shit Happens

  2. Ich weiß, was du meinst, aber bisher hatte ich noch nie Ärger… 🙂
    Im Rewe bin ich auch selten. Meist erledige ich meine Einkäufe am Anger oder am Berliner Platz.

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