• Do. Mai 13th, 2021

Existenzspuren

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Der Koreakrieg (1950-1953) – Ein kurzer Verlaufsabriss

Je mehr ich mich in das Thema Korea hineinarbeite, desto schwerer und komplexer werden die Vorgänge damals und heute. Das bisher irre-wirkende Verhalten von Kim Jong Un, wird immer verständlicher, ja fast rational. Das Mitglied der „Achse des Bösen“ wandelt sich in meinem Verständnis immer mehr zum Opfer eines politischen und wirtschaftlichen Imperialismus verschiedener Staaten.

Am 25.06.1950 begann der Koreakrieg. Nach 51 Jahren kolonialer Ausbeutung durch Japan und weiteren fünf Jahren Aufbauarbeiten mit Hilfe der befreienden Besatzungsmacht Sowjetunion, war es so weit: Man sah sich militärisch bereit und dazu vollkommen in der Lage, das Land wieder zu vereinen. Ein vereintes Korea ohne ausländische Besatzungstruppen war, wenn ich es richtig verstehe, das große Ziel von Kim Il-sung. Dazu kommt aber natürlich auch, dass Kim Il-sung seine Position als Staatsoberhaupt, als Retter des Landes, festigen wollte, was durch die Schwäche der südkoreanischen Armee besonders verlockend nah lag.

So bekam Kim Il-sung von Stalin und Mao grünes Licht, um in den Krieg zu ziehen. Mao sicherte sogar die aktive Unterstützung Nordkoreas zu, was bis hin zum aktiven militärischen Eingreifen der chinesischen Armee führen sollte. Hauptsache, die USA würden aus Asien verschwinden.

Im folgenden möchte ich größtenteils auf Details des Kriegsablauf verzichten. Wer wo welche Schlacht gewann, finde ich persönlich recht uninteressant. Mich interessiert mehr, welche politischen Schachzüge stattfanden, bei denen ganz Korea immer als Verlierer enden sollte…

Wie gesagt: Am 25.Juni 1950 griff Nordkorea den Süden an. Die Propaganda stellte es erfolgreich so dar, als sei es nur die Reaktion auf einen südkoreanischen Angriff. Bis September 1950 überrannten die nordkoreanischen Truppen den Süden und eroberten fast 90% des Landes. Selbst die dort stationierten US-Truppen konnten kaum Widerstand leisten. Und wenn, dann mit erschreckenden Opferzahlen. Doch im September gelang es den USA mit einer waghalsigen Operation die Kriegsgeschicke zu drehen. Die sogenannte „Landung bei Incheo“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Landung_bei_Incheon) , auch genannt „Operation Chromite“ kappte die nordkoreanischen Nachschublinien. So wogte die Eroberungswelle nun in die andere Richtung, bis die US-Armee im November 1950 am Fluss Yalu, an der Grenze zu China ankam.

Hier drehte sich das Blatt erneut, denn China konnte es nicht zulassen, dass der ideologisch, politische und wirtschaftliche Todfeind Amerika an der chinesischen Grenze eine Armee stationieren würde. Außerdem hatte man Kim Il-sung garantiert, dass man nie zulassen würde, das Nordkorea unter amerikanische Besatzung käme. Also griff Mao nun auch mit Truppen ein.

Die Chinesen wollten ein vereinigtes Korea unter amerikanischem Einfluss nicht dulden und griffen am 19. Oktober[6] mit einer zunächst 200.000 Soldaten umfassenden „Freiwilligenarmee” in Nordkorea ein. Am 25. Oktober lieferten sich chinesische Truppen das erste Gefecht mit südkoreanischen Infanteristen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Koreakrieg

Bis Januar 1951 wurde die chinesische Truppenzahlen verdoppelt:

Am 1. Januar 1951 begannen 400.000 chinesische und 100.000 nordkoreanische Soldaten eine Offensive, der die 200.000 Soldaten der UN-Streitkräfte nicht standhalten konnten. Mit den US-Streitkräften flohen viele Zivilisten daraufhin in den Süden. Am 3. Januar 1951 wurde Seoul geräumt und in der Folge eine Verteidigungslinie zwischen dem Gelben Meer und dem Japanischen Meer gebildet. Erst im März 1951 wurde die Stadt wieder von UN-Truppen besetzt, ein Großteil der Einwohner war von den kombinierten chinesischen und nordkoreanischen Streitkräften verschleppt oder bei Widerstand ermordet worden. Die UN-Einheiten rückten wieder bis etwas über den 38. Breitengrad vor, der Krieg erstarrte hier in einem Stellungskrieg.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Koreakrieg#Weblinks

So sollte es dann auch bleiben, denn selbst die grausame und verlustreiche „Schlacht von Heartbreak Ridge“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Heartbreak_Ridge) brachte keine Veränderung. Der Krieg war militärisch festgefahren am 38° Breitengrad, also am Ausgangspunkt.

Die nun folgenden Schlachten fanden am Verhandlungstisch statt.

Nach weiteren verlustreichen Kämpfen und zähen Verhandlungen schlossen am 27. Juli 1953 die UNO und Nordkorea in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Koreakrieg

Man sieht also, das in Korea die Interessen des Volkes, ja sogar die Interessen Kim Il-sungs, kaum relevant sind. Oberflächlich zwar der Kriegsgrund, so geht es doch eigentlich um den kalten Krieg, den großen Kampf zwischen den Systemen, sowie um Macht. Die Sowjetunion und China konnten und wollten keinen US-Vasallenstaat an ihren Grenzen haben. Besonders Mao Zedong (http://de.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong), der gerade erst die Kulturrevolution gesichert hatte, konnte und wollte so einen Kriegsausgang nicht tolerieren.

Damit schließe ich vorerst und werde diese kleine Reihe mit einem Blick „hinter“ den Krieg fortsetzen: Opfer, Massaker, Gräueltaten… Denn nur mit Blick auf das unglaubliche Leid des Volkes läßt sich, denke ich, die heutige Reaktion nachvollziehen.

—- Ende Teil 2 —-

(siehe auch: Nordkoreas Träume und Ängste – Einleitung und Vorgeschichte

und natürlich den dritten Teil: Hinter dem Spiel – Der Koreakrieg und seine Verbrechen (3))

Ein Gedanke zu „Der Koreakrieg (1950-1953) – Ein kurzer Verlaufsabriss (2)“

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